http://www.wellpappe-wissen.de/wissen/qualitaetssicherung/gepruefte-qualitaet/qualitaetskontrolle.html

Qualitätskontrolle

Im Laufe der Jahre wurden für die Papiere der Wellpappe und den daraus gefertigten Verpackungen auf wissenschaftlicher Basis Prüfsysteme entwickelt, wie sie kaum ein anderes Verpackungsmaterial in dieser Vielfalt aufzuweisen hat.

 

Aus diesen Prüfsystemen bzw. Prüfverfahren wurden und werden Normen erarbeitet. In Deutschland heißen sie DIN-Normen (DIN = Deutsches Institut für Normung), für Europa gelten EN-Normen (EN = European Norm), international sind sie in den ISO-Normen festgelegt (ISO = International Standard Organisation). Normen, die einander angepasst wurden, werden teilweise mit kombinierten Bezeichnungen geführt, z. B. DIN EN ISO 536.

 

Der Verband der Wellpappen-Industrie e.V. (www.wellpappen-industrie.de) hat vor Jahren schon einen Standard, eingeteilt in Sorten, entwickelt. Auf diesem Standard aufbauend ist die Norm DIN 55468 erarbeitet worden. Die dort genormten Sorten fordern bestimmte Werte, unabhängig von den eingesetzten Rohstoffen und Flächengewichten.

 

Wellpappenverpackungen, die diesen Vorschriften entsprechen, können mit dem VDW-Prüf- und -Überwachungszeichen bedruckt werden.

 

 

 

 

 

Neben der Kennzeichnung der Wellpappenverpackungen mit dem VDW-Zeichen ist die Kennzeichnung auch mit dem RAL-Zeichen möglich, soweit die Wellpappensorte den Vorgaben der RAL-Gütevorschrift GZ 492 entspricht und geprüft ist. Die RAL Güte- und Prüfbestimmungen (RAL GZ 492) können bei der Gütegemeinschaft Wellpappe (www.ral-wellpappe.de) bezogen werden.

 

In der nachfolgenden tabellarischen Aufstellung der Anforderungen (Auszug aus der DIN 55468) sind die Sorten in "einwellig" und "mehrwellig" unterteilt. Sie unterscheiden sich in den Gütemerkmalen Berstfestigkeit, Durchstoßarbeit und Kantenstauchwiderstand. Die einwelligen Sorten 1.01 bis 1.05 und die mehrwelligen Sorten 2.02 bis 2.06 verzichten auf das Gütemerkmal Berstfestigkeit und sind nur durch die Durchstoßarbeit und den Kantenstauch definiert. Schachteln aus solchen Wellpappensorten genügen einem bestimmten Stapelstauchwiderstand. Man spricht von "Lagerbeanspruchung". Hier wird die Schachtel meist für Lagerzwecke genutzt, der Versand geschieht in einer Paletteneinheit oft auf kurzem Weg vom Hersteller einer Ware zum Supermarkt.

 

Werden die Schachteln zusätzlich hohen Transportbelastungen auf weiten Wegen ausgesetzt, dann sollten die Sorten 1.10 bis 1.50 sowie 2.20 bis 2.70 eingesetzt werden. Diese Sorten weisen als weiteres Gütemerkmal die Berstfestigkeit auf. Man spricht dann von "Transportbeanspruchung".

 

Bei den Sorten 2.90 bis 2.96 handelt es sich um zwei- oder dreiwellige Schwerwellpappe, die sowohl für Lager- als auch für Transportbeanspruchungen einer Schachtel einsetzbar ist. Das Gütemerkmal Berstfestigkeit entfällt, da diese in den oberen Sorten kaum noch messbar ist.

 

 

 

Anmerkung: Festigkeitswerte gelten nicht für Wellpappen nur aus Wellen D, E, F und G

* Für einwellige Wellpappe in Wellenart B reduzieren sich die angegebenen Werte der Sorten um 10%

 

 

Informationen zur RAL-Gütevorschrift finden sich in der Broschüre „Wellpappe-Gütesicherung RAL GZ 492“.

 

Weitere Vorgaben

Darüber hinaus gibt es noch weitere Regelungen, um die Vorschriften für bestimmte Versandarten bzw. Versandgüter zu erfüllen, zum Beispiel das Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter (GGBefG). Es enthält die Vorschriften zum Versand von gefährlichen Gütern im nationalen und internationalen Verkehr. Relevant ist besonders Absatz 4G, der die Bedingungen für Wellpappenverpackungen vorgibt.

 

Die darin enthaltenen Prüfvorschriften sind:

 

 

Das wfp (Institut für Wellpappenforschung und -prüfung GmbH unter www.wfp-institut.de) in Darmstadt und die BFSV e.V.(Institut für Beratung, Forschung, Systemplanung, Verpackungsentwicklung und -prüfung unter www.bfsv.de) in Hamburg erteilen Ratschläge, erlassen aber keine Vorschriften.

 

Das wfp hält die Verbindung zu nationalen und internationalen Instituten, zum Beispiel:

 

  •  Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Berlin
  •  Frauenhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung  (IVV), 

    Freising 

  •  Papiertechnische Stiftung (PTS) für die Papier erzeugende und  Papier  verarbeitende Industrie, München 
  •  Fachbereich Papierfabrikation und mechanische Verfahrenstechnik (PMV), Technische Universität Darmstadt 
  •  Verein für die Beratung–Forschung–Systemplanung–Verpackung (BFSV) in Hamburg 

 

Der VDW koordiniert die gesamte Normungsarbeit der Wellpappenindustrie in Deutschland. Durch die enge Zusammenarbeit des VDW mit der FEFCO (www.fefco.org) ist das wfp auch über die europäischen Angelegenheiten der Wellpappenindustrie orientiert.

 

Der VDW vertritt auch die Interessen der deutschen Wellpappenindustrie in diversen nationalen und internationalen Normungsgremien und deren Ausschüssen. Die europäischen Belange werden durch die FEFCO in Brüssel vertreten, dem europäischen Dachverband der nationalen Wellpappenverbände.

 

 

Downloads

VDW-Prüf- und Überwachungszeichen
22.10.2010 / PDF-Dokument / 265 KB

RAL-Zeichen, Gütezeichen Wellpappe
22.10.2010 / PDF-Dokument / 299 KB

Auszug aus DIN 55 468-1 Berstfestigkeit, Durchstoßarbeit und Kantenstauchwiderstand gebräuchlicher Wellpappen.
05.05.2015 / PDF-Dokument / 10 KB

Mit Wellpappe sicher verpacken und erfolgreich verkaufen
22.10.2010 / PDF-Dokument / 2 MB

VDW-Prüfkatalog für Wellpappenschachteln
11.11.2014 / PDF-Dokument / 1 MB